Umweltschutz und Ernährung

Was haben Ernährung und Umweltschutz gemeinsam?

Was hat die Ernährung mit Umweltschutz zu tun?

Die Ernährung ist einer der größten Hebel im Umweltschutz. Wenn Du jetzt sagst: „Ach echt? Wie hilft denn meine persönliche Ernährung dem Planeten?“ Oder „Ich kann doch da eh nicht viel ändern…“  Dann freue ich mich, wenn du diesen Beitrag bis zum Ende durch liest und dann vielleicht anders drüber denken wirst.

51% der Treibhausgase entstehen aus der Massentierhaltung. Und 40-50% der weltweiten Anbauflächen wird für Viehfutter genutzt.

Meine Meinung hat sich in den letzten zwei Jahren grundlegend geändert. Und heute erzähle ich Dir meine Geschichte:

Ich hab mich schon während meiner Teenie-Zeit für Ernährung interessiert. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich schon mit 18 Jahren meine erste eigene Wohnung hatte und somit selbst entscheiden konnte, was auf meinem Teller landet und was nicht. Dabei hab ich nicht bewusst auf Fleisch, Wurst oder Milchprodukte verzichtet. Denn zu einer ausgewogenen Ernährung gehört ja schließlich alles in Maßen. Zumindest habe ich das mal so „gelernt“.

Das änderte sich mit Anfang 20, also ungefähr vor zehn Jahren. Mein Arzt hat mir eine Laktoseintoleranz bestätigt. Von dem Tag an hab ich nur noch laktosefreie Milch zu mir genommen und Sahne oder generell Sahneprodukte sind aus meinem Speiseplan geflogen. Sonst habe ich meine Ernährung nicht groß umgestellt. Doch das sollte sich ändern. Dieser Fakt, dass mein Körper auf gewisse Lebensmittel reagiert und mich schlecht fühlen lässt, hat meine Neugierde wachsen lassen.

Welche Ernährung ist die gesündeste?

Obst und Gemüse

© pixabay

Wenn mich jemand fragt wie alt ich denn werden möchte, kommt meine Antwort ziemlich fix: 100 Jahre. Um so alt werden zu können muss man aber gesund leben. Ich bin überzeugt, dass wir es alleine in der Hand haben ob wir gesund älter werden, oder eben nicht. Der Schlüssel liegt auf unserer Gabel.

Es gibt natürlich hunderte verschiedene Ansichten darüber, welche Ernährungsform denn nun die gesündeste ist. Doch wenn wir auf unsere Intuition, auf unseren Körper hören und seine Anzeichen beachten, ist die Entscheidung ganz einfach. Wäre da nicht noch die Nahrungsmittel- und Werbeindustrie, die uns sagt was denn nun gesund sei und welches das beste Produkt als nächstes gekauft werden muss.

Fakt ist, industriell verarbeitete Lebensmittel mit ihren x-trillionen Inhaltsangaben und Begriffen, die einzeln gegoogelt werden müssen – können nicht gesund sein. Wenn man sich von frischen und natürlichen Lebensmitteln ernährt, ist man schon auf einem guten Weg.

Über die letzten Jahre hinweg hab ich mich näher mit den verschiedensten Themen beschäftigt und habe vieles selbst ausprobiert. Mein Fleischkonsum wurde immer weniger. Wenn es dann mal auf den Tisch kam, dann vom Metzger. Milch, Quark & Jogurt wurden gestrichen. Innerhalb der letzten zwei Jahren hab ich mich immer weiter an die vegane Ernährung rangetastet.

Seit Beginn 2017 kommt mir kein Fleischprodukt mehr auf den Teller. Nachdem ich dann auch viel über das Thema Fischfang gelesen habe, verging mir auch mein Appetit auf Fisch. Dabei habe ich immer liebend gern Fisch gegessen. Oft mehrmals die Woche. Ich liebte den Geschmack und ich war auch davon überzeugt Fisch sei supergesund. Das war es vielleicht auch mal, vor 30 Jahren.

Auch die ganze Fischindustrie ist mittlerweile eine reine Massentierhaltung. Da werden Fische gefangen (Aquakulturen), zu Fischmehl verarbeitet, mit Antibiotika vermengt und dann den Fischen zum Fressen gegeben. Wo ist da bitte der Sinn? Als Verbraucher wird man leider oft hinters Licht geführt. Selbst wenn auf der Packung ein MSC Siegel drauf ist, heißt das nicht, dass es nachhaltig gefangen wurde. Oder wusstest Du zum Beispiel, dass in Tunfischdosen gar kein Tunfisch drin ist?

Ist der Verzicht auf Fleisch die Lösung?

Kühe im Stall

© pixabay

Der Hunger nach Fleisch und Fleischprodukten ist nicht zu bremsen. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion von 78 auf 308 Millionen Tonnen pro Jahr gut vervierfacht. 

Allein in Deutschland werden pro Kopf rund 87 kg Fleisch im Jahr gegessen. Am liebsten Schweinefleisch, gefolgt von Huhn und Rind.  Wir liegen im weltweiten Vergleich auf Platz 7 (Quelle: Vergleichszahlen der FAO, Stand 2011):

  • Australien: 121,2 Kilogramm pro Kopf
  • USA: 117,6 Kilogramm pro Kopf
  • Österreich: 106,4 Kilogramm pro Kopf
  • Argentinien: 101,7 Kilogramm pro Kopf
  • Brasilien: 93,0 Kilogramm pro Kopf
  • Frankreich: 88,7 Kilogramm pro Kopf
  • Deutschland: 87,9 Kilogramm pro Kopf

Wahnsinn! Die Massentierhaltung ist mittlerweile ein bekanntes und toleriertes Bild in unserer Gesellschaft. Nein, halt. Wenn SternTV alle paar Monate wieder die Realität in den Fabriken aufdeckt ist das Geschrei groß. Hält aber nicht lange an.

Ist schon lustig wie der Mensch so tickt. Ausblenden, verdrängen und wie gestern auch weiter machen. Bloß nicht darüber nachdenken. Dann muss ich ja auf etwas verzichten und vielleicht etwas in meinem Leben umstellen. Kann mir mal einer erklären wieso das so ist?

Ernährung und Umweltschutz

Abholzung Regenwald für Getreideanbau

© pixabay

Der Hauptgrund für den Klimawandel sind die Treibhausgase. Das haben wir alle schon 100 mal gehört. Die Treibhausgase kommen aber nicht nur von der Verbrennung der fossilen Rohstoffe. Klar, auch. Aber der Löwenanteil entsteht durch die Treibhausgase der Viehzucht: 51 % durch Massentierhaltung. Denn Methan ist 25 mal zerstörerischer als Kohlendioxid.

Was ich absolut krass finde, ist der Getreidebedarf der Viehzucht. Wir vernichten den Regenwald um Viehzucht zu betreiben und um Getreide oder Soja anzubauen, was wir dann wiederum an die Tiere verfüttern.  Man sagt 40-50% der weltweiten Getreideernte wird an „Nutztiere“ verfüttert.

Whaaat?!  Und dann wundern wir uns, dass in so vielen Regionen der Welt Menschen verhungern oder aus ihrem Heimatland flüchten?! *kopfschüttel*.  Aber unser schlechtes Gewissen wird schnell besänftigt. Immer in der Vorweihnachtszeit werden 10€ für „Brot für die Welt“ gespendet und zum Abendessen in das Wurstbrot gebissen. Aber ich schweife ab …

In einer idealen, Pippi-Langstrumpfwelt könnten wir mit diesem Getreide den Hunger in der Welt stoppen.

Dazu sind noch der Wasserverbrauch, die Verschmutzung des Grundwassers durch Gülle, die Übersäuerung der Böden, die Ausrottung verschiedener Tierarten und der Eingriff in unser gesamtes Ökosystem, zu nennen.

Sind ganz schön viele Auswirkungen, die wir hinnehmen um unser täglich Fleisch zu bekommen, oder? Dabei ist es nicht gesund für unseren Körper. Auf zu viel tierisches Eiweiss ist unser Körper nicht ausgerichtet. Wir sterben früher, können Krebs und Diabetes bekommen. Als ich das für mich verstanden hab, war klar damit höre ich auf – sonst wird das nix mit meinem 100. Geburtstag.

Veganismus ein Trend oder ein Weg zu einer besseren Welt?

Ich zähle hier auch alle Vegetarier mit dazu. Nur mal so ein Hirngespinst: Wenn sich die komplette Welt vegetarisch ernähren würde, hätten wir 63% weniger schädliche Klimaemissionen. Bei einer veganen Ernährung sind es sogar 70%. Wir entscheiden somit mit jeder Mahlzeit bewusst ob wir für oder gegen den Klimawandel arbeiten.

vebu Übersicht der Vegetarier

In Deutschland ernähren sich rund 8 Millionen Menschen vegetarisch und 1,3 Million Menschen vegan. Täglich kommen laut Schätzungen etwa 2.000 Vegetarier und 200 Veganer hinzu.

Auch global ist der vegane Trend zu erkennen. Die Anzahl der vegetarisch-vegan lebenden Menschen wird weltweit auf 1 Milliarde geschätzt.

Mit der eignen Ernährung zum kleinen Umweltaktivisten werden

Es gibt so viele Wege nachhaltig zu leben und somit etwas für den Umweltschutz zu tun: Wenig bis gar kein Auto fahren, Energie sparen, regionales kaufen, auf Plastik verzichten, recyclen, tauschen oder gebrauchtes anstatt alles neu zu kaufen etc. Dennoch kannst du im Alltag „nur“ mit der Entscheidung was du isst und wie viel Fleisch auf deinem Teller landet eine Menge ausrichten.

Wir Konsumenten haben die größte Macht die Welt zu ändern: unseren Einkaufszettel

Ich bin der Meinung, dass Ernährung eben keine reine Privatsache ist. Weil es immer heißt „ich kann selbst entscheiden was ich esse, ist ja meine Gesundheit“. Ja und nein. Denn wie wir uns ernähren hat nicht nur Auswirkungen auf unsere eigene Gesundheit, sondern auch auf unsere Kinder und auf unseren Planeten. Und es steht in direkter Verbindung zu unseren Mitmenschen auf der Welt. Wir tragen alle eine Verantwortung.

Die Ressourcen unserer Welt werden immer knapper, die Weltbevölkerung steigt. Sollten wir, die das Glück haben in den „reichen“ Ländern geboren worden zu sein, einfach so weiter machen? Die Augen verschließen, egoistisch sein und nichts ändern? Das Argument es schmeckt einfach sooo gut ist meiner Meinung nach nix wert.

Bis 2050 werden wir unsere Welt mit knapp 10 Milliarden anderen Menschen teilen. Ich selbst werde dann erst 63 Jahre alt sein, Kinder und evtl. Enkel haben.

Wie wird die Welt wohl aussehen, wenn wir unsere Gewohnheiten nicht hinterfragen und nichts ändern?

Wenn Du jetzt noch mehr über das Thema wissen möchtest, diese Dokus auf netflix haben mir die Augen geöffnet: What the Health,  We feed the word, Food.inc, Cowspiracy, Foodchoices, vegucated.

18. September 2017
Das Leben gehört den Mutigen

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