Arbeiten auf den Malediven – hinter den Kulissen eines ECO-Resorts

Wie funktioniert so ein Malediven-Inselparadies eigentlich und was passiert hinter den Kulissen?

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige (ca. 35%) für die Malediver. Da ist es nur logisch, dass so viele Resorts wie möglich nachhaltig aufgebaut und bewirtschaftet werden sollten.

In unserem letzten Urlaub auf Reethi Beach hatten wir die Möglichkeit, mit dem General Manager des Eco-Resorts, Peter, zu sprechen. Er führte uns sogar persönlich durch die Anlage und ermöglichte uns so einen Einblick hinter die Kulissen.

Wie ist es bei Dir, gehörst du zu den Reisenden, die in einem Hotel ankommen und sofort auf Entspannung schalten? Oder stellst du Dir beim Gang durch die Hotelanlage doch die ein oder andere Frage –  zum Beispiel wie das alles am Laufen gehalten wird?

350 Männer, die Mehrheit aus Bangladesh & Sri Lanka, arbeiten und wohnen auf dieser Hotelinsel. Als wir durch die Gänge schlendern, bleibt uns nicht selten der Mund offen stehen. Das ist wie ein eigenes kleines Dorf – von dem man als Gast absolut gar nichts mitbekommt. Wahnsinn!

Was man dort kaum sieht, sind Frauen. Es gibt einige einheimische Frauen hier. Auch in Führungspositionen z.B. die Chefin der Konditorei ist weiblich genau wie die Chefin des Zimmerservice. Das Reethi Beach Resort würde gern noch mehr einheimische Frauen einstellen, was leider sehr schwer ist. Aufgrund des muslimischen Glaubens (bzw. im Islam) ist der Mann verpflichtet, allein für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen. Frauen dürfen streng genommen nur Arbeiten ausführen, wenn sie selbst nur von Frauen umgeben sind (z.B. Mädchen unterrichten). Ausführlichere Informationen findest Du hier. Die Hotel Betreiber nehmen auch hier eine Vorreiterrolle ein und übernehmen Verantwortung in dem sie Arbeitsplätze für einheimische schaffen.

Arbeiten im Inselparadies

Die Nachfrage nach Arbeitsstellen auf den Hotel-Inseln ist groß. Denn in Resorts ist der Verdienst höher als bei allen anderen Jobs. Das liegt vor allem an der Servicecharge – jede Hotelinsel kann die Höhe übrigens selbst festlegen – am Ende des Monats wird der gesamte Betrag auf alle Mitarbeiter aufgeteilt. Zusätzlich bekommen die Mitarbeiter ein geringes monatliches Festgehalt. Männer die im Service arbeiten freuen sich zusätzlich noch über Trinkgeld.

Die Mehrheit der Arbeiter kommen aus den ärmsten Ländern der Welt: Bangladesh & Sri Lanka.

Kurz mal nachgeschaut: das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf beträgt in Sri Lanka 3.887 US Dollar/Jahr und in Bangladesh nur 1.411 US Dollar/Jahr. Jetzt mal zum Vergleich in Deutschland: 41.902 US Dollar/Jahr.

Und wir Deutschen meckern über sooo vieles. Naja, das ist ein anderes Thema.

Es ist also völlig nachvollziehbar, dass viele Menschen dort arbeiten wollen. Viele Männer nehmen übrigens in Kauf, dass sie Ihre Familien tw. mehrere Jahre nicht sehen können. Sie schicken den Großteil des Verdienten in die Heimat.

Gastfreundschaft und Höflichkeit werden im Reethi-Beach Eco-Resort groß geschrieben

Zurück zu Reethi. Was machen die ganzen Menschen jeden Tag? Sie geben dem Gast ein wunderbares Gefühl.

Die Männer halten den Strand, sämtliche Wege auf der Insel und auch die Zimmer sauber. Sie sorgen für Essen und Trinken und zwar rund um die Uhr, wenn man es denn so möchte.

Neben den Küchen gibt es eine eigene Bäckerei und sogar eine Konditorei. Es gibt Handwerker, Schreiner, Einkäufer, Müll- & Recycling-Chefs, Wasseraufbereiter und jemanden der die ganze Elektronik im Auge hat.

Das Reethi Beach Resort ist ein Vorreiter was ECO-Tourismus und Nachhaltigkeit angeht:

Sie haben eine eigene Abfüllanlage für Trinkwasser. Das Meerwasser wird aufwendig entsalzt, mit Mineralien versetzt und dann in wiederverwertbare Glasflaschen abgefüllt. Jeder Gast erhält jeden Tag zwei große Wasserflaschen – und auch alle Mitarbeiter haben freien Zugang zu dem Wasser.

Du findest auf dieser Insel kaum ein Plastikprodukt.

Es gibt Papier-Strohalme, wiederverwendbare Untersetzer aus Stoff und wiederbefüllbare Pflege-Produkte in den Gästezimmern – um nur ein paar Dinge zu nennen.

In allen Bereichen liegt der Schwerpunkt auf biologisch abbaubaren Produkten. Das Eco-Resort hat ein sehr ausgeklügeltes System für Mülltrennung und Entsorgung.

Sämtliche Essensreste werden gesammelt. Hierfür ist ein Pilotprojekt seit kurzem an den Start gegangen: die Biogas-Anlage. Alles kommt hier rein. Durch Diesel betriebene Generatoren wird der benötigte Strom für die ganze Insel erzeugt. Selbst verschiedene Plastiksorten werden getrennt und recycelt. Neben Papier, Alu und Glas versteht sich.

Doch wohin geht der Müll?

Das Eco-Resort bringt den Müll, der nicht auf der Insel wiederverwertet werden kann, per Boot nach Thilafushi. Das ist wohl der schlimmste Ort auf den Malediven.

Müll-Insel Thilafushi

1992 wurde diese künstliche Insel geschaffen. Der einzige Zweck: Müll sammeln. Zwischen 300 und 500 Tonnen werden jeden Tag (!!) mit Booten angeliefert. Und je mehr Touristen kommen, desto mehr Müll landet hier.

Hier findest du einen guten Bericht über die Lage auf Thilafushi und was es für die Einwohner von Malé bedeutet .

Ozeankind - unser Fazit

Was kannst du tun?

  • wähle Dein Hotel bewusst und nach möglichen Nachhaltigkeitsfaktoren aus
  • benutze ozeanfreundliche Sonnenmilch, z.B. diese hier: http://www.eco-cosmetics.com/
  • nehme deinen Plastikmüll wieder mit nach Hause
  • produziere vor Ort keinen oder so wenig Plastik-Müll wie möglich
  • das wichtigste: genieße die Zeit vor Ort 🙂

 

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